Die erste Bahn

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Theaterstück mit Sandra Wickenburg und Lars Lienen

 

Text & Regie: Markus Veith

 

Inhalt

Kai, ein junger Mann, verpasst die letzte U-Bahn. Ihm bleibt nichts übrig, als auf die 1. Bahn des nächsten Morgens zu warten. Er bekommt Gesellschaft von Helen, die sich höchst seltsam verhält. Schließlich zückt sie eine Waffe: Sie sei seine Tochter und werde ihn erschießen. Sein Tod diene der Zeitreisen-Forschung. Sie werde ihr verkorkstes Leben nicht nur beenden, sondern komplett auslöschen. Durch eine fatale Wendung werden sie jedoch gezwungen, die Zeit bis zu Ankunft der ersten Bahn gemeinsam zu verbringen: Kai und seine mögliche Zukunft. Helen und das Leben mit ihrem Vater. Und eine Gegenwart, die alles verändern könnte.

Presse und Fotos

  • Verwirrspiel zwischen Wahn und Wahrheit“ - Ruhr-Nachrichten – 23. Februar 2015

Ein Verwirrspiel zwischen Wahn und Wahrheit, zwischen heute, morgen und gestern, zwischen Verantwortung und Schicksal ist Markus Veiths Kammerspiel „Die erste Bahn“ im Theater im Depot. Lars Lienen und Sandra Wickenburg wirbelten in den Rollen von Kai Trollmann und dessen angeblicher Tochter Helen die Gedanken des Premierenpublikums kräftig durcheinander.

15 Jahre hat Veith an dem Stück geschrieben. Gereift ist es in dieser Zeit zu einem prägnanten Zwei-Personen-Kammerspiel, das er auch einer kargen Bühne mit aufs Wesentliche reduzierten Requisiten inszeniert hat: eine Sitzbank aus einer U-Bahn-Haltestelle, ein Mülleimer und herumliegender Müll. Mehr braucht es nicht, um sich auf existenzielle Fragen des Lebens zu konzentrieren: Was wäre wenn …? Welche Verantwortung trage ich für mein eigenes Schicksal und das der anderen? Wie hätte ein kleiner Dreh an der Vergangenheit die Zukunft verändert?

Paradoxe Begegnung: Diese philosophischen Fragen verortet Veith in einer nächtlichen U-Bahn-Station. Drei Stunden bis zur nächsten Bahn. In dieser Zeit, an diesem Ort findet die paradoxe Begegnung des Bestsellerautoren Kai Trollmann mit seiner Tocher Helen statt, die aus der Zukunft in seine Gegenwart gereist ist, um ihn zu erschießen.

Brillant gespielt: Die Hälfte der Zeit blickt Lars Lienen in der brillant gespielten Rolle des Kai in die Mündung eines Pistolenlaufs und lässt seine Figur die emotionale Bandbreite von kaltschnäuziger Arroganz über Verunsicherung, panischer Angst, ehrlicher Neugier bis zur niederschmetternden Ausweglosigkeit und menschlichen Zerstörung durchleben. Mit seinem gefühlvollen, präsenten Spiel mit ausdrucksstarken Gesten füllt Lienen die ganze Bühne und zieht das Publikum mit immer schärfer gezeichneten Konturen in seinen Bann, sodass Sandra Wickenburg in ihrer überzeugenden Darstellung der verstörten Tochter Helen fast schemenhaft in den Hintergrund tritt.

Ein kurzweiliger Theaterabend, der begeistert und nachwirkt. - Helen Thelen

  • Die Zukunft bleibt theoretisch – Trailer – 26.2.2015

Der Dortmunder Schauspieler und Autor Markus Veith hat sein Zwei-Personen-Stück „Die erste Bahn“ selbst inszeniert. Sandra Wickenburg und Lars Lienen spielen die „zeitlosen“ Verwandten, absolut überzeugend und mit viel Gespür für theoretische Quantenwelten und missliche Lebenserfahrungen. Mal abgesehen davon, dass allein die Theorie einer möglichen Zeitreise das Stück um Stunden erweitert hätte, geht es in erster Linie um die Frage, wie der Mensch handeln würde, wisse er tatsächlich um die zukünftigen Folgen seines Tuns. Aus Kai jedenfalls wird ein Arschloch mit gesponsertem Bestseller-Roman werden (aus gegenwärtiger Sicht natürlich nur theoretisch), er wird seine Frau, die er in der nächsten U-Bahn erst treffen soll, verlieren, seine Tochter in der Zukunft psychisch quälen und dann aus diesen Gründen auch noch selbst den Anschlag auf sein Leben veranlasst haben. Der Gegenwarts-Kai ist schockiert, Helen ob seiner Reaktion verwirrt. Mehr wird hier nicht verraten, das Kammerspiel auf ziemlich vermüllter Fläche sollte man sich selbst ansehen und wie ich ins Grübeln kommen. Was ist mit alternativen Zeitlinien oder Paralleluniversen? Hat Kai tatsächlich noch eine Chance? Wenigstens theoretisch?

 

 

 

Editorial

Ich weiß nicht mehr, wie ich auf den Plot kam, doch die Idee lagerte etliche Jahre in meiner Schublade, da ich damals merkte, dass ich für den Ablauf der Handlung (Wer weiß/erfährt wann was?) mindestens einen anderen kreativen Kopf benötige. Bis mich mein Freund, Kollege und Regisseur Lars Lienen fragte, ob ich nicht ein Theaterstück hätte, möglichst für zwei Schauspieler und ein Bühnenbild, dass gut in sein Theater Nero passen würde. Zusammen wirbelten wir ein bisschen in der Story herum, ich ließ alles noch mal ein paar Monate reifen, um weitere Ideen zu sammeln und schrieb es dann innerhalb von zwei Wochen. Danach klappte es danach aus logistischen Gründen nicht, dass wir es im Nero inszenieren konnten und so landete das Stück erst mal wieder in der Schublade.
Heute, sicherlich fünf Jahre später, kommt es nun doch auf die Bühne. Das Theater im Depot in Dortmund ist bereit, es mit mir als Regisseur zu inszenieren und es zu co-produzieren. Und besonders glücklich bin ich über die Besetzung. Kai spielt eben Lars, der sofort freudestrahlend zusagte. Helen spielt Sandra Wickenburg, mit der ich zuvor noch nie gearbeitet habe, die mir aber in anderen Depot-Produktionen aufgefallen war. Mitte Januar beginnen die Hauptproben. Am 20. Februar ist Premiere. -- Ich bin seeehr gespannt!

 

 

 

 

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