Lampenfieber

Das neue Solo-Theaterstück von und mit Markus Veith

 

Handlung:

Der Schauspieler hat sein Abendwerk getan. Die Aufführung war erfolgreich, das Publikum begeistert, der Applaus üppig. Nun sitzt er in seiner Garderobe ... gemeinsam mit seinen Zuschauern. Und zwischen Kostüm und Schminke plaudert er aus dem Nähkästchen: Von den Splittern der Bretter, die die Welt bedeuten. Über Texthänger, Pleiten und Pannen, Schein und Sein und die grossen Heldinnen und Helden seines Metiers -Rühmann, Fröbe, Monroe, Ustinov, Leander. Andkdotenreich und humorvoll, mit viel Liebe, Respekt und Biss zerlegt er das Show-Business, das like no Business ist.

Text & Spiel      Markus Veith

Regie                 Tony Glaser

Premiere am 22. April im Theater im Depot Dortmund

 

 

Ruhr-Nachrichten – April 2017

Mit Tempo und Wortwitz

v. Dieter Jaeschke

Bei der Premiere seines Solostücks „Lampenfieber“ meistert Markus Veith einen Parforceritt durch die irrlichternde Gefühlswelt von Schauspielern und Regisseuren, verknüpft eigenen Erfahrungen mit Anekdoten der Großen des Fachs zu einer mal nachdenklichen, mal witzigen Aufarbeitung des Showbusiness. Alles echte Geschichten? Dazu später mehr.

Ach ja, dieses ewige Streben nach Anerkennung. Es treibt die Großen wie die Kleinen auf die Bühnen im Land. Und auch die großen haben mal klein angefangen. Veith, der den Text des Stücks selbst geschrieben hat, lässt seine Figur erst einmal erzählen: Ein Schauspieler, der das Stück des Abends hinter sich hat und mit dem Publikum ins Gespräch kommt. Über Fragen wie Talent und Gage. Über Dekadenzen wie das ‚Dschungelcamp‘. Über die Bedeutung der Schauspielschule. Der Protagonist hielt sich an den Rat des von ihm verehrten Mentor Peter Vollmar: „Sei pünktlich, beherrsch deinen Text und renn nicht gegen die Kulissen!“

Als Veith den jungen Gerd Fröbe bei dessen erstem Vorsprechen im sächsischen Dialekt präsentiert, gibt es zum ersten Mal Szenenapplaus. Inzwischen hat er sich warmgesprochen. Die Situationskomik beim Kindertheater „mit den fiesen Coolen in der Mitte der ersten Reihe“ oder das Potenzial für Lachanfälle weiß er perfekt in Worte zu packen. Da sind Wortwitz und Tempo wunderbar aufeinander abgestimmt. Noch besser wird Veith, wenn er Anekdoten über Bühnenpannen mit Leo Slezak und Peter Ustinov aus Klassikerstücken mit Originalzitaten aus eben jenen Werken zu einer Story in der Story komponiert. Bei so viel präsentiertem Hintergrundwissen fragt sich so mancher: „Hat sich das alles wirklich mal so zugetragen?“ Kurz vor Schluss antizipiert Veith die Frage des Publikums: „Nichts war unecht. Es war alles Theater.“

 

ArsTremonia – April 2017

(…) Die Bühne wurde für das Publikum zu einer Theater-Garderobe. In einem fiktiven „Meet & Greet“ nach der Vorstellung erzählt der Schauspieler nicht nur amüsante-skurrile Anekdoten aus dem Leben bekannte Schauspielgrößen aus der Filmgeschichte wie Heinz Erhard, Hans Albers, Hans Moser , Zahrah Leander und viele andere, sondern räumt auch humorvoll mit gängigen Vorurteilen auf. Sind Filmschauspieler etwa besser als Theaterschauspieler und haben es „zu etwas gebracht“, nur weil sie im Fernsehen einem Millionenpublikum bekannt sind? Ist Schauspieler ein richtiger Beruf oder eine „brotlose Kunst“?

Veith schlüpft gekonnt mit wenigen Requisiten in die Rolle diverser Kollegen. Mit Sprache und Gestik schafft er es, die Personen lebendig auf die Bühne zu bringen. Die anfängliche leichte Distanz durch das unbekannte Publikum schmolz dahin. Nach kürzerer Zeit entstand eine entspannte und familiäre Atmosphäre. Emotional wurde es, als Veith aus seinem eigenen Erfahrungsschatz plauderte. (…) Die kleinen Schwächen, Macken und Eigenheiten seiner Schauspielkollegen wurden mit Respekt und Nachsicht, aber mit der notwendigen Bissigkeit auf der Bühne dargestellt.

Ein sehr amüsanter und aufschlussreicher Abend über die harten und schönen Seiten des Show-Business.