„Pinocchio“ – Kindertheaterstück

Kindertheaterstück nach Collodi, bearbeitet und inszeniert von mir
Für zwei SchauspielerInnen; Premiere 2012 mit Alexander Voss und Karolin Trübenbach

Erinnerung:

Ich wurde gefragt, ob ich für diese Saison ein Kindertheaterstück für zwei Darsteller schreiben und inszenieren könne und wir einigten uns auf ‚Pinocchio‘. Ich selbst sollte nicht mitspielen, um Spielterminüberschneidungen zu vermeiden. Doch da zunächst lange Zeit die Besetzungsfrage nicht klar war, fiel mir das Ersinnen schwer. Würde es Mann & Frau, Frau & Frau oder Mann & Mann sein? Außerdem der Habitus und das Alter. Es ist schon erheblich, wenn ein fünfzigjähriger Riese die Fee darstellt.
Zudem wurde mir beim Lesen des Originals klar, dass man ‚Pinocchio’ heutzutage nicht mehr 1:1 machen kann, ohne dass es altbacken wirkt, denn der ursprüngliche Text (von 1883) predigt, dass ein Kind brav und artig und anständig zu sein hat. Natürlich gilt es auch heute noch, dass ein Kind nicht die Schule schwänzen oder lügen sollte, doch die Vorstellung des Braven Kindes zu Collodis Zeiten ist heute kaum zeitgemäß.
Dann wurde klar, dass mein Musical-Kollege und Lieblingsnachbar Alexander Voss von der Partie sein würde; hinzu kam eine neue Kollegin: Karolin Trübenbach. Und als ich hörte, dass der Körpergrößenunterschied zwischen den beiden recht enorm sei, kam mir auch allmählich die Idee, wie das Stück neu und frech angelegt werden könnte: Ich habe den Fuchs und die Katze das Stück erzählen lassen, also die beiden Übeltäter der Geschichte, wobei die Katze Schnurre Felizitatz (Karolin) ausschließlich Pinocchio spielt und der Fuchs Reini Reudig (Ali) alle anderen Figuren. – Armer Ali … ich glaube, ich habe ihn ganz schön getrieben.
Anfang April begannen die Proben. Wir schafften es, das Stück innerhalb von fünf Tagen ‚rund‘ zu bekommen; also grob fertig, aber noch nicht aufführungsreif. Das war 1. Etappenziel, denn danach mussten wir alle für andere Stücke proben und die Premieren von sechs anderen Stücken fielen in den Zeitraum nur weniger Tage, wurden also auch alle gleichzeitig geprobt. An manchen Tagen probten wir drei verschiedene Stücke an drei verschiedenen Orten. – Aber irgendwie schafft man es ja zum Ende doch immer.