Rattenfass

Drama für 6 Schauspielerinnen

Handlung:

Auf Frachtern gibt es Ratten und man bekämpfte die Tiere früher (gut möglich: auch noch heute) auf eine sehr bestialische Art und Weise:
Man fing Weibchen – da diese kräftiger als die Männchen sind – und warf sie in Fässer, die etwa eine Handbreit hoch mit Wasser gefüllt waren. So konnten die Tiere nicht herausspringen und mussten, um nicht zu unterkühlen, ständig in Bewegung bleiben. Etwa fünf der Tiere beließ man in einem Fass. Ohne Fressen. Irgendwann wurde die Schwächste von den anderen gefressen, dann die nächste und so weiter, bis nur noch eine Ratte übrig blieb.

Frisst eine Ratte wochenlang ausschließlich Artgenossen, wird sie zur Killerin; sie gerät in einen Blutrausch und frisst nur noch Ratten. Und diese letzte Ratte ließ man wieder frei …

 

Eine Erinnerung:

1999 wurde ich mit „Rattenfass“ zu den Autorentheatertagen nach Hannover eingeladen und es wurde dort in einer Werkstatt-Inszenierung umgesetzt, die für unerwartete Resonanzen sorgte. Dennoch hat sich trotz dieser Ehrung bisher noch kein Theater an das Stück herangetraut. Allerdings war es damals auch noch in einer eigens kreierten Rattensprache geschrieben. – Kein Witz. Irgendwann habe ich es dann ‚eingedeutscht‘. Es ist – zugegeben – ein ziemlich heftiger Stoff, aber als vielfach auslegbare Parabel absolut machbar.